Wir sind dann mal weg: Ein Arbeitsplatzwechsel auf Zeit

Während hinter den bisherigen Beiträgen immer eine klare Erkenntnis stand, möchten wir dieses Mal einen etwas anderen Ansatz versuchen. Auch dieser basiert auf neuen Erfahrungen, jedoch steckt mein Gesprächspartner Markus noch mitten im Erfahrungsprozess und wir ziehen sozusagen eine Zwischenbilanz.

Markus und einige unserer Entwickler arbeiten momentan gemeinsam mit einem Partnerunternehmen an einem Projekt. Da bei unserem Partner die nötigen Ressourcen zur Abwicklung des Auftrags fehlten, fragte dieser bei uns an, ob wir eine Kooperation eingehen möchten. Das spannende:  Normalerweise arbeiten die Entwickler in unseren Räumen an digitalen Lösungen, wie zum Beispiel an unserer digitalen Ausbildungsplattform APPRENTIO®.

Für das im Folgenden beschriebene Projekt fällt jedoch regelmäßig ein Ortswechsel in die Büros unseres Partnerunternehmens an.

„Erst waren wir unsicher, wie das Projekt ablaufen könnte, da wir einmal im Monat für vier Tage nicht an unserem Arbeitsplatz sitzen und demnach komplett hier aus dem Büro raus sind. Wir haben sowas vorher noch nie versucht und mussten erstmal schauen, ob wir überhaupt auf eine gemeinsame Lösung kommen würden. Aber das Potenzial der neuen Situation haben wir auch sofort erkannt.“, erzählt Markus.

Diesen Gedanken führt er weiter aus:

Für uns ist es die Chance, ein anderes Unternehmen und eine andere Arbeitsweise kennenzulernen, ohne den Arbeitsplatz zu wechseln. Das möchten wir zwar auch gar nicht aber der Mensch ist neugierig.  Es ist eine Chance neue Erfahrungen zu sammeln. In vielen Punkten wird dort anders gearbeitet, aber wir sehen auch was ähnlich wie bei uns abläuft. Das ist sehr interessant, denn es steckt natürlich eine Menge Lernpotenzial dahinter. Vor allem mögliche Verbesserungen für unsere Arbeit sind sehr wertvoll für uns.“

Sie sehen, wie dort ein Software Produkt aufgebaut wird und arbeiten komplett ohne Unterbrechungen, wie zum Beispiel einen unplanmäßigen Kundenanruf. Natürlich ist das nur in dieser Ausnahmesituation möglich, aber es ist eine angenehme Erfahrung, wie Markus beschreibt.

Es dauerte zwei, drei Monate, bis ein optimaler Ablauf gefunden wurde, der den Switch zwischen den Standorten überhaupt ermöglicht und es ergaben sich mehrere Fragen, die natürlich zuerst geklärt werden mussten.

 „Wie oft können wir unseren eigenen Arbeitsplatz verlassen, ohne dass die Arbeit darunter leidet? Wie häufig müssen wir in dem anderen Unternehmen sitzen, um effektiv arbeiten zu können? Da mussten wir anfangs ein wenig experimentieren, denn die Anwesenheit an beiden Standorten ist natürlich ausschlaggebend, um einen guten Job zu machen.“

Dieser Faktor steht natürlich über dem ganzen Projekt. An keiner Stelle soll die Qualität der Arbeit unter den Ortswechseln leiden und das funktioniert bisher sehr gut, wie Markus erzählt. Er ist selbst positiv überrascht, wie problemlos sich alles vereinen lässt und vor allem wie viel Mehrwert er auch für sich persönlich aus dem Projekt zieht.

Business as usual- Lernen durch Erfahrungen

„Wir haben die Chance neue Erfahrungen zu sammeln und von anderen zu lernen. Auch wenn wir selbst schon sehr gute Arbeit leisten, heißt das natürlich nicht, dass das die allgemein gültige Lösung ist. Zu sehen, wie es andere machen, ist sehr lehrreich und an der ein oder anderen Stelle hinterfragt man seine eigenen Prozesse und schaut, was man besser machen könnte. Und das beruht natürlich auch auf Gegenseitigkeit- Es ist ein Geben und Nehmen.“

Auf Nachfrage erzählt Markus, wie wichtig Feedback für ihn und das ganze Projekt ist. Da es sich um einen ersten Versuch handelt, können die Abläufe nur durch Feedback beider Seiten funktionieren.

Nach jedem Sprint wird reflektiert, was gut und was nicht so gut gelaufen ist. So entwickeln wir nach und nach schrittweise gemeinsam den hoffentlich perfekten Ablauf und können auf äußere Veränderungen am System reagieren. Außerdem wird unsere Leistung von außenstehenden beurteilt, auch das ist interessant.

„Das Team war anfangs noch nicht optimal eingestellt. Da mussten wir dann gemeinsam Lösungen finden und schauen, wie wir das besser machen können. Das ist nichts Schlechtes, nach einem Gespräch waren alle Beteiligten motivierter. Durch so kleine Misserfolge können wir aus dem Feedback lernen und uns verbessern. Fremde beurteilen die eigenen „Schwächen“ einfach objektiver.“

So führt er weiter aus, dass auch die interne Kommunikation im eigenen Büro sich stark verbessert hat, weil diese für den reibungslosen Ablauf eines Projekts essenziell ist.

 „Unsere Abwesenheit hier muss vorbereitet sein, das funktioniert nur in Absprache mit dem gesamten Team. Für „APPRENTIO®“ habe ich einem Kollegen eine Einführung gegeben, damit in der Zeit alles weiterläuft. Unsere Kunden wissen, dass sie mich bei  Notfällen in der Zeit per Mail erreichen können. Allerdings beschränkt sich das dann wirklich nur auf Notfälle, das geben die anderen hier dann bei Anrufen auch so weiter. Wir mussten ein wenig schauen, wie wir das organisieren. Unsere Kollegen haben auch gut zu tun und sollen nicht in unserer Arbeit versinken, gleichzeitig darf sich unser Kunde aber auch nicht im Stich gelassen fühlen.“

Sein vorläufiges Fazit zum temporären Arbeitsplatzwechsel ist positiv, auch wenn er noch keine finale Bilanz ziehen kann:

 „Wie eingangs gesagt, es ist cool mal in einem anderen Unternehmen zu arbeiten, ohne direkt den Job wechseln zu müssen. Natürlich freut man sich, auch mal was anderes zu sehen und es ist grundsätzlich eine wirklich tolle Erfahrung. Aber wir freuen uns auch darauf, wenn wir wieder durchgängig in unserem eigenen Büro sitzen.“

Um am Ende doch noch ein Learning zu ziehen, nutze ich die gemeinsam gezogene Bilanz von Markus und mir, denn:

Wir haben im Vorfeld überlegt, inwiefern es Sinn macht einen noch laufenden Prozess mithilfe eines Blogbeitrags zu reflektieren. Es war nur als Versuch gedacht. Allerdings stellten wir fest, dass es hilfreich ist, um bereits während des Vorgangs erste Rückschlüsse ziehen zu können und die Gesamtsituation aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Während des Gesprächs wurde deutlich, wie wichtig es ist, manche Erkenntnisse gezielter ins Bewusstsein zu holen, da man Veränderungen und Fortschritte häufig nicht bewusst wahrnimmt.


Dieses Interview führte Dalia (Online Marketing Managerin) mit Markus (Software-Developer) aus dem #teamWABSOLUTE.

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